Das Shoah Education Konzept der Oberschule Eschen
Oberster Grundsatz:
Holocaust-Erziehung ist kein Fach, das in ein paar Unterrichtseinheiten abgehandelt werden kann.
Daraus folgt:
1. Holocaust-Erziehung muss früh beginnen (im Schuleintrittsjahr - 6.Schulstufe)
2. Holocaust-Erziehung braucht ein jährlich wiederkehrendes Ritual (Gedenktag um den 27. Januar)
3. Holocaust-Erziehung braucht Gelegenheiten, sich mit der Biografie von Menschen während des Jahres zu beschäftigen (z.B. Ausstellungsbesuche)
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Lea Roshkowsky |
1. Holocaust-Erziehung muss früh beginnen
Dank Lea Roshkowsky habe ich in Yad Vashem eine Möglichkeit kennengelernt, wie man mit sich mit jungen Schülerinnen und Schülern dem Thema annähern kann.
Das Buch "Gern wär ich geflogen - wie ein Schmetterling" erzählt die dramatische Geschichte von Hannah, wie sie als kleines Mädchen im Versteck den Holocaust überleben konnte.
Lea hat uns gelehrt, wie man diese Geschichte erzählen kann und dabei die zuhörenden Kinder mehr und mehr in die Erzählung einzubeziehen. Dilemma - ein Dilemma nach dem anderen erzeugt grosse Betroffenheit und Mitgefühl bei allen, die zuhören.
Diese Geschichte erzähle ich allen unseren Erstklässlern (6.Schuljahr) ein oder zwei Tage vor der Gedenkfeier im Januar.
Mehr Informationen über "Gern wär ich geflogen - wie ein Schmetterling" u. a. erhalten sie hier:
http://www1.yadvashem.org/education/German/YadVashemTeachingUnits.htm
Von dort stammt auch die folgende Lehrerhandreichung:
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2. Holocaust-Erziehung braucht ein jährlich wiederkehrendes Ritual
Was könnte sich dafür besser eignen als der 27. Januar? Das Gedenken an die Befreiung von Ausschitz wird somit nicht zur lästigen Pflicht, sondern zur willkommenen Gelegenheit, der Holocaust-Erziehung einen würdigen Rahmen zu bieten.
Wieder war es die Homepage von Yad Vashem, die in ihrem reichhaltigen Fundus den richtigen Ausgangstext für uns bereit hielt. Diesen Text habe ich mit Hilfe einer PowerPoint Presentation illustriert.
Auf Reden oder mahnende Worte haben wir bewusst verzichtet. Diese halbe Stunde sprach für sich selbst.
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3. Holocaust-Erziehung braucht Gelegenheiten, sich mit der Biografie von Menschen während des Jahres zu beschäftigen
Damit Holocaust nicht zum Unterrichtsfach verkommt oder in Gedenkfeiern stecken bleibt, braucht es noch weitere Anlässe sich mit diesem Thema auseinandersetzen zu können. Konzerte, Aufführungen oder Ausstellungen bieten die Möglichkeit, sich auf lustvolle Weise dem ernsten Thema anzunähern.
"No Child's Play - Kein Kinderspiel"
Stille. Kein Stimmenwirrwarr wie bei anderen Vernissagen. Die Besucher, die sich am Montagabend in der Bibliothek des Schulzentrums in Eschen eingefunden haben, lesen in Büchern oder stehen in kleinen Gruppen zusammen und flüstern. Ansonsten wird nicht gesprochen, sogar die Jugendlichen, die in einer Ecke sitzen, wirken in sich gekehrt. Viel zu sagen gibt es auch nicht, denn wenn man mit dem Holocaust konfrontiert wird, fehlen einem schlichtweg die Worte.
Kein Kinderspiel
Eva Heinmann war 13 Jahre alt, als sie ein Tagebuch geschenkt bekam, kurz bevor
die Deutschen in Polen einmarschierten. Die Kindheit des jüdischen
Mädchens endete abrupt. In den folgenden Monaten vertraute Eva ihrem
Tagebuch all die schrecklichen Dinge an, die um sie herum passierten. Wie die
Deutschen kamen und ihr neues Fahrrad beschlagnahmten, wie sie und ihre
Freundinnen sich fühlten, als sie einen gelben Davidstern gut sichtbar auf
ihren Kleidern tragen mussten. So wie Eva haben viele Jugendliche zu jener Zeit
Tagebuch, Gedichte oder Briefe geschrieben, stets mit einer Vorahnung auf noch
dunklere Tage. «Diese Texte zeigen, wie viel Schmerz diese Kinder und
Jugendlichen erdulden mussten, wie viel Angst sie hatten», sagte
Ausstellungskoordinator Arno Brändle, der zusammen mit Jugendlichen des
Schulzentrums Unterland einige Tagebuchausschnitte jüdischer Kinder
vorlas. «Gleichzeitig sind sie
aber auch
Zeugnis eines unglaublichen Lebenswillens.» Ein Lebenswille wie ihn Eva
Heinmann hatte. Dennoch überlebte das 13-jährige Mädchen den
Holocaust nicht. Eineinhalb Millionen jüdische Kinder fielen dem
NS-Rassenwahn zum Opfer. «Es ist unmöglich jedem einzelnen der 1,5
Millionen Kinder zu gedenken», sagte Arno Brändle, «aber wir
können versuchen, eine bessere Welt zu errichten.» Er hat alles
daran gesetzt die Wanderausstellung «Kein Kinderspiel» nach
Liechtenstein zu bringen. Die 16 Bildtafeln, die Anfang des Jahres auch in der
UNO in Wien ausgestellt waren, zeigen auf einfühlsame Weise, wie es
jüdischen Kindern vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg erging.
Gedichte, Texte und Zeichnungen lassen erahnen, wie es in den so jungen Seelen
ausgesehen haben muss. Fritz Baum, Vorstandsmitglied des Vereins der
Liechtensteiner Freunde von Yad Vashem, freute sich ganz besonders, dass diese
Ausstellung, die international sehr gefragt ist, auch in Liechtenstein gezeigt
wird. «Es war wahrlich kein Kinderspiel für jüdische Kinder
während des Zweiten Weltkriegs. Ihr Leben war von Angst und Schrecken
geprägt», sagte Fritz Baum in seinen kurzen Grussworten und hofft,
dass die Ausstellung zum Nachdenken anregt.
Gegen das Vergessen
Die
ersten Reaktionen auf die Ausstellung sind positiv, besonders die Lehrer sehen
es als Angebot und Chance, ihren Schüler dadurch dieses Thema näher
zu bringen. Sie wollen einen Beitrag leisten, wollen Geschichte nicht einfach
Geschichte sein lassen. Darum besuchte eine Gruppe aus Liechtenstein, darunter
einige Lehrer, vor einem Jahr einen Weiterbildungskurs in Israel, in Yad
Vashem, der Gedenkstätte für die im Dritten Reich ermordeten Juden.
Dort lernten sie, wie das Thema Holocaust an Schulen unterrichtet werden
kann.
Die Ausstellung «Kein Kinderspiel» kann noch diese Woche in Eschen
besucht werden. Danach wird sie im Liechtensteinischen Gymnasim sowie in den
weiterführenden Schulen in Triesen zu sehen sein.
(Dieser Bericht wurde der Hompage der Realschule Eschen entnommen - http://www.rse.li/WährendderRealschule/Aktivitäten/Holocaust/tabid/288/Default.aspx )
Diese Ausstellung kann auch jederzeit online besucht werden:
http://www1.yadvashem.org/exhibitions/temporary_exhibitions/childsplay/1_home.html
Samuel Bak - "Entwurzelt
Evelyne Bermann
vom Verein der Liechtensteiner Freunde von Yad Vashem organisierte eine
Austellung von unzähligen Reproduktionen von Werken Samuel Baks. Seine
Biografie und sein Werk gaben Anlass sich mit dem Holocaust zu
beschäftigen. Die Bilder aus seinem 60jährigem Schaffen
berührten die Jugendlichen stark. Das erste Exponat zeigte das
Selbstporträt eines Jungen, der im Ghetto wohnte. In praktisch allen
Werken sind Symbole zu finden, die auf die Geschichte des Holocausts hinweisen.
Diese Spurensuche war für die Jugendlichen eine interessante und lohnende
Aufgabe.
Am 10. July 2008
hatte ich die Gelegenheit Samuel Bak in Jerusalem anlässlich der 6th
International Conference on the Holocaust and Education in Jerusalem über
seinen neuesten Zyklus, der den "Warsaw Ghetto Boy" zum Inhalt hat, sprechen zu
hören. Anschliessend gab es sogar noch die Gelegenheit zu einem kurzen
persönlichen Gespräch.
